Immigrant Songs

Immigrant Songs ermöglicht Gemeinschaften an der Grenze eine in Volkssongs verankerte, von Musikern und Anwälten kuratierte Rechtsberatung.

Es ist ironisch, dass im Zeitalter der Kommunikation in den USA noch immer so viele abgeschiedene Gemeinschaften mit begrenztem Mobilfunkempfang und ohne Netzabdeckung existieren. Diese angreifbaren und oftmals bildungsfernen Einwanderer, die in diesen Gemeinschaften leben, kennen weder das Gesetz noch ihre Rechte, was sie zu einer leichten Beute für ein System macht, das keine Toleranz duldet und vom riesigen Zustrom illegaler Immigration lebt. Sie hinreichend zu informieren, ist schwierig, denn viele sprechen kein Englisch. Das einzige Medium, mit dem es gelingt, 90 % aller Einwanderer an der Südgrenze der USA zu erreichen, sind lokale Rundfunksender. Diese strahlen spanische Volksmusik aus, welche ihnen während ihrer Arbeit auf den Feldern, in Fabriken und kleinen Unternehmen sowie auf dem Weg durch die Wüste Gesellschaft leistet. Zum ersten Mal haben Anwälte und Musiker sich zusammengetan, um komplizierte Einwanderungsgesetze in leicht verständliche Rechtsberatung zu übersetzen, die in den Texten von Corridos, dem beliebtesten Musikgenre an der Grenze, verankert ist. Dieses Minnesängerformat ist ideal, um praktische Rechtsberatung in Form denkwürdiger Geschichtenmoral zu liefern, während es gleichzeitig wahr und kulturell relevant bleibt. Das erste Lied wurde von der Band Flor de Toloache gespielt, welche einen Grammy Latino gewonnen hat. Immigrant Songs wurde über 13 Rundfunkstationen im gesamten US-Gebiet sowie in zehn mexikanischen Bundesstaaten gespielt und die Ausstrahlung erfolgte durch Billboard, CNN, Telemundo und Univision. Das wichtigste von allem ist, dass lokale Musikgruppen an der Grenze die Lieder als ihre eigenen angenommen haben und diese nun in Restaurants, Bars und auf Hochzeiten spielen und dem Publikum somit eine wertvolle Rechtsberatung ermöglichen.